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Produktionskapazität verdoppelt


Neue Fertigungslinie bei H. O. Schlüter GmbH & Co. KG in Lübz erfolgreich angelaufen
Bei der H. O. Schlüter GmbH & Co. KG in Lübz arbeitet nach der Investition von rund 3,5 Millionen Euro eine der deutschlandweit modernsten Produktionsanlagen für Kunststofffenster. Rund 200 Stück entstehen jetzt täglich in einer 3500 Quadratmeter großen Halle. Das Unternehmen sucht ständig neue Arbeitskräfte.

Auf den Bruchteil eines Millimeters genau zerteilen seit einigen Tagen Sägeblätter Kunststoffprofile, setzen Bohrer Löcher, um später alle Einzelteile fest miteinander verbinden zu können und fügen Greifarme  die vorbereiteten Stücke zusammen – durch Steuerung vom Computer aus wie von Geisterhand, ohne dass ein Mensch direkt Hand anlegen muss. „Wir haben zunächst ein Konzept zum Bau der neuen Anlage entwickelt und die Halle am Platzbedarf für die Maschinen ausgerichtet“, sagt Sven Thomsen, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Nach dem Abbruch von Baracken entstanden auf dem insgesamt etwa 8000 Quadratmeter großen Grundstück im Gewerbegebiet neben der Halle auch eine rund 900 Quadratmeter große, überdachte Lagerfläche.

Mit Investitionssumme geplantes Limit eingehalten
„Mit der Summe von 3,5 Millionen Euro sind wir im gesteckten Limit geblieben, haben alles gut auf die Reihe gebracht – eine runde Sache“, meint Thomsen sichtlich zufrieden. Errichtet haben den Neubau vorrangig regionale Unternehmen, und das Urteil des Gesellschafters fällt eindeutig aus: „Es  verlief reibungslos und ist alles tipptopp – so, wie man es erwartet.“
In einer Schicht wird jetzt die Menge produziert, die vorher in doppelter Zeit entstand. Auch mit Hilfe von Überstunden könne das Unternehmen nun Aufträge abarbeiten, die es bisher abgeben musste. „Unser Wachstum ist nicht nur kurzfristig gesichert, sondern auch auf lange Sicht hin  möglich“, schätzt Thomsen ein, dessen Unternehmen jetzt zunächst fünf weitere Mitarbeiter einstellen möchte. Gefragt sind Techniker im Metallbau und darüber hinaus regelmäßig junge Leute, die die Gesellschaft für den eigenen Bedarf ausbildet. Außerdem beschäftigt sie momentan eine junge Frau und zwei Männer, die ans duale Ausbildungssystem (eine Mischung aus Studium und betrieblicher Ausbildung) gebunden sind.
Man suche Mitarbeiter, die die Unternehmenswerte – etwa hoher Anspruch an die eigene Leistung, Verantwortungsbewusstsein und Willen zum Erfolg – ohne Abstriche vertreten. „Dabei ist ein gutes Schulabschlusszeugnis als Türöffner wichtig, doch wir gucken nicht nur nach Noten, sondern auch nach dem Charakter, so gut er denn einzuschätzen ist“, sagt Thomsen. „Zensuren sind ein erster Eindruck, sagen aber nicht alles.“

Bei Bewerbungsgesprächen Qualität fest im Blick
Pro Arbeitsplatz finden zwischen fünf und zehn, jeweils rund eine Stunde  dauernde Gespräche mit den Bewerbern statt. „Wir nehmen uns Zeit dafür, denn bei dem gegenseitigen Austausch sollte man von Qualität sprechen können – schließlich geht es hier um für beide Seiten entscheidende Dinge“, so der Gesellschafter.
Grundsätzlich sei bei jungen Leuten ein fortschreitender Verfall von Allgemeinwissen festzustellen. „Es ist teilweise desaströs – und zwar auch bei Menschen, von denen man dies nicht erwarten würde“, berichtet der Geschäftsmann. „Schon bei der Frage nach dem Namen des Bundespräsidenten etwa reißt ein Großteil die Hufe hoch, obwohl er ständig in den Nachrichten auftaucht. Aber wozu Nachrichten schauen? Dafür können Ihnen beispielsweise fast alle auf einen Schlag sagen, ob ein George Clooney nun fünf oder doch sieben Gramm zugenommen hat – erschreckend! Natürlich gibt es auch andere, aber hinsichtlich verankerten Wissens wichtiger Art – nicht das, was die meisten als solches empfinden – möchte ich zunehmend sagen: Ausnahmen bestätigen die Regel.“

Grundvoraussetzungen fehlen immer öfter
Ein Monteur etwa müsse kein Abitur haben, zumindest aber in der Lage sein, ohne Probleme Zeichnungen zu lesen: „Auch das wird leider immer seltener.“
Um als Unternehmen dauerhaft zu bestehen, sei es in erster Linie auf zufriedene Kunden angewiesen. Wenn dies den Mitarbeiter nicht interessiere, sei die Rechtfertigung für sein berufliches Dasein nicht gegeben. Vor diesem Hintergrund könne man  den Satz „Meine Hand für mein Produkt“ als durchaus nicht veraltet ansehen.
Die bisherige Produktionshalle steht leer. Sie soll für die Erweiterung des Bereiches Metallbau genutzt werden. „Wir besitzen durchaus den Ansporn,  längerfristig Erfolg haben zu wollen“, sagt Thomsen. „Und das natürlich in unserem eigenen Unternehmen!“

(Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau der SVZ, Aufmacher erste Lokalseite am 1. November 2007; Text: von Ilja Baatz)


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